Go4Democracy - Ein etwas anderes Jugendcamp
Vom 5.-15.08.2025 fand im Rahmen des Projektes Go4Democracy im Jugendzentrum Seligstadt in Barcut/Bekokten in Rumänien ein Sommercamp für 24 Teilnehmende von 14 – 18 Jahren statt.
Mit Hilfe des Konzepts „Fairtogether“, entwickelt aus dem „Alternatives to Violence Project“ (AVP) für Jugendliche in Krisensituationen, sammelten die Teilnehmenden Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Partizipation, erprobten Wege zu gewaltfreier Kommunikation, konstruktiver Konfliktlösung und Inklusion aller und fanden ihre Rolle in der mehrsprachigen Gemeinschaft. In Modulen zu Diversität und zur Mitgestaltung ihres Lebensumfeldes wurde spielerisch eine Basis für die spätere künstlerische Annäherung an das komplexe Thema Demokratie gelegt. In Workshops wie Zirkus, Theater und (Bildende) Kunst wurden die Eindrücke einfallsreich verarbeitet und innerhalb von 10 Tagen für eine abschließende Präsentation aufbereitet. weiterlesen . . .
Da der Kreis der Anwesenden beim Jugendcamp aus 9 Team-Mitgliedern, 6 Multiplikator*innen und 18 Jugendlichen aus Deutschland, Rumänien und der Ukraine bestand, waren zwei Übersetzer*innen gut beschäftigt. In der Freizeit fanden sich aber auch kreative Wege über verschiedene Aktivitäten oder einfach mit Gesten, die die Gruppe näher zusammenbrachten. Für viele Teilnehmenden bedeutete die Ruhe in dem beschaulichen Dorf mit dem weitläufigen und anregenden Gelände des Jugendzentrums eine Pause vom Kriegsalltag in der Ukraine oder von der prekären häuslichen Situation daheim. Bei den pädagogischen Begleiter*innen der 3 Partnerländer war immer wieder Fingerspitzengefühl gefragt, um diesen Ort als Schutz- und Wohlfühl- Raum zu gestalten. Zudem schweißten die Gruppe auch Programmpunkte wie ein Folkmusik-Konzert, der Besuch eines Freibads oder der Aufstieg im Karpaten-Gebirge zusammen.
So gelang es, die Ergebnisse der Workshops in einer abschließenden Aufführung zum Thema Go4Democracy der gespannten Öffentlichkeit aus Seligstadt, Barcut und Fagaras zu präsentieren. Artist*innen der Gruppe zeigten individuell ihr Können am Trapez, beim Jonglieren, Tanz und bei akrobatischen Sprüngen, wobei sie sich in ihrer Unterschiedlichkeit schließlich zu einer gemeinsamen menschlichen Pyramide trafen, bei der alle einzelnen die anderen stützten, - ein Symbol für die Notwendigkeit der Einzigartigkeit für ein starkes Gerüst der Vielfalt im Ganzen, wie in der Demokratie selbst! Es folgte eine selbst erarbeitete Inszenierung der Theatergruppe, die leere Wahlversprechen und Machtmissbrauch eines egoistischen, unbarmherzigen Diktators und den Aufstand der Bediensteten darstellten. Berührend war das „Happyend“, ihn anschließend mit in den Kreis der Bürgerschaft aufzunehmen. Mutig trugen die Darstellenden selbst geschriebene Texte über die Kraft und Wichtigkeit ihrer eigenen Stimme vor. Zwei Jungen trauten sich gar, vor dem Publikum als Sänger aufzutreten. Gerahmt wurde der Abend von der Installation der Kunstgruppe, die gleichermaßen als Bühnenbild fungierte: Ein bunter Wald aus Protestschildern auf Pappe oder Holz, mit Farben bearbeitet, forderte wild und chaotisch arrangiert Solidarität, Naturschutz, Respekt und Aufbegehren gegen Unrecht. Die Werte der Demokratie, die die verschiedenen Arbeitsgruppen ins Rampenlicht stellten, zeigten deutlich ihr Verständnis vom Miteinander auf, das in der gemeinsamen Zeit gewachsen war.
Die Baden-Württemberg Stiftung, ifa und Spender*innen ermöglichten dieses Projekt, wofür wir sehr danken.