


Demokratie- und Friedensbildung für junge Engagierte aus Rumänien, Deutschland und der Ukraine in den rumänischen Karpaten
Vom 29.07. - 2.08. fand im Rahmen des Projektes Go4Democracy eine Schulung für 15 junge Multiplikator*innen aus den 3 Ländern des Donauraumes im Jugendzentrum Seligstadt in Barcut / Rumänien statt.
Die Teilnehmenden wurden zur Erfahrung von Selbstwirksamkeit bei der Mitgestaltung ihres Lebensumfeldes ermutigt. Einerseits fanden Module zur Wissensvermittlung des komplexen Themas statt und andererseits wurden anhand von spielerischen Übungen Teamgeist und der Austausch von eigenen, auch kontroversen Meinungen befördert. Darüber hinaus wurde Zeit zur selbständigen Gestaltung durch kleine Interessen-Teams für die restliche Gruppe bereit gestellt. So wurden eigene Fähigkeiten und aktive Beteiligung gleichermaßen gefördert.
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Für die meisten Teilnehmenden war dies eine neue Erfahrung, da sie es gewohnt waren, die Programmpunkte einer solchen Veranstaltung vorgesetzt zu bekommen. Nach anfänglicher Verunsicherung nutzten alle die Chance und probierten auch Neues aus. Der Ort des Jugendzentrums bot dafür mit seiner großräumigen Anlage und den vielfältigen Möglichkeiten die ideale Basis. Der Tagesausflug in die atemberaubende Bergwelt der Karpaten war für die meisten ein Highlight.
Die Multiplikator*innen wurden durch die Schulung befähigt, sowohl selbst entwickelte Einheiten zu Demokratiebildung weiterzugeben als auch Gruppen mit Teilnehmenden zu begleiten, die sich in Ausnahmesituationen bzw. Krisen befinden, und können dieses Know-How in ihrem Tätigkeitsfeld einbringen. Sechs der Teilnehmenden begleiteten das anschließende Camp für Jugendliche.
Als dritte Projekt-Phase trafen sich die Multiplikator*innen länder-intern im Herbst, um selbst entwickelte Workshops mit eigenen Peergroups zu veranstalten. So organisierten die ukrainischen Jugendlichen zwischen Internet-Ausfall und Kriegsberichterstattung 2 Einheiten mit Diskussionen und bunt gestalteten Wandbildern für Schüler*innen von 2 Schulklassen in Odessa zum Thema Werte der Demokratie. Das rumänische Team lud Kinder gemischt aus Roma- und anderen sozial benachteiligten Familien aus den umliegenden Dörfern zu Treffen zum Thema Diversität und Einzigartigkeit ein, die Stoffbilder von sich selbst erstellten und über Selbstwert und gemeinsame Werte diskutierten. Diese werden in eine Ausstellung münden. Die deutschen Multiplikator*innen organisierten einen Spray-Workshop zur Gestaltung für eine Wand des Rathauses Aalen zum Thema Demokratie und einen Karaoke-Workshop mit selbst gedichteten „Freedom-Songs“. Viele der Aktivitäten haben im neuen Jahr noch eine Fortsetzung.
Die Baden-Württemberg Stiftung, ifa und Spender*innen ermöglichten dieses Projekt, wofür wir sehr danken.



Vom 5.-15.08.2025 fand im Rahmen des Projektes Go4Democracy im Jugendzentrum Seligstadt in Barcut/Bekokten in Rumänien ein Sommercamp für 24 Teilnehmende von 14 – 18 Jahren statt.
Mit Hilfe des Konzepts „Fairtogether“, entwickelt aus dem „Alternatives to Violence Project“ (AVP) für Jugendliche in Krisensituationen, sammelten die Teilnehmenden Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Partizipation, erprobten Wege zu gewaltfreier Kommunikation, konstruktiver Konfliktlösung und Inklusion aller und fanden ihre Rolle in der mehrsprachigen Gemeinschaft. In Modulen zu Diversität und zur Mitgestaltung ihres Lebensumfeldes wurde spielerisch eine Basis für die spätere künstlerische Annäherung an das komplexe Thema Demokratie gelegt. In Workshops wie Zirkus, Theater und (Bildende) Kunst wurden die Eindrücke einfallsreich verarbeitet und innerhalb von 10 Tagen für eine abschließende Präsentation aufbereitet.
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Da der Kreis der Anwesenden beim Jugendcamp aus 9 Team-Mitgliedern, 6 Multiplikator*innen und 18 Jugendlichen aus Deutschland, Rumänien und der Ukraine bestand, waren zwei Übersetzer*innen gut beschäftigt. In der Freizeit fanden sich aber auch kreative Wege über verschiedene Aktivitäten oder einfach mit Gesten, die die Gruppe näher zusammenbrachten. Für viele Teilnehmenden bedeutete die Ruhe in dem beschaulichen Dorf mit dem weitläufigen und anregenden Gelände des Jugendzentrums eine Pause vom Kriegsalltag in der Ukraine oder von der prekären häuslichen Situation daheim. Bei den pädagogischen Begleiter*innen der 3 Partnerländer war immer wieder Fingerspitzengefühl gefragt, um diesen Ort als Schutz- und Wohlfühl- Raum zu gestalten. Zudem schweißten die Gruppe auch Programmpunkte wie ein Folkmusik-Konzert, der Besuch eines Freibads oder der Aufstieg im Karpaten-Gebirge zusammen.
So gelang es, die Ergebnisse der Workshops in einer abschließenden Aufführung zum Thema Go4Democracy der gespannten Öffentlichkeit aus Seligstadt, Barcut und Fagaras zu präsentieren. Artist*innen der Gruppe zeigten individuell ihr Können am Trapez, beim Jonglieren, Tanz und bei akrobatischen Sprüngen, wobei sie sich in ihrer Unterschiedlichkeit schließlich zu einer gemeinsamen menschlichen Pyramide trafen, bei der alle einzelnen die anderen stützten, - ein Symbol für die Notwendigkeit der Einzigartigkeit für ein starkes Gerüst der Vielfalt im Ganzen, wie in der Demokratie selbst! Es folgte eine selbst erarbeitete Inszenierung der Theatergruppe, die leere Wahlversprechen und Machtmissbrauch eines egoistischen, unbarmherzigen Diktators und den Aufstand der Bediensteten darstellten. Berührend war das „Happyend“, ihn anschließend mit in den Kreis der Bürgerschaft aufzunehmen. Mutig trugen die Darstellenden selbst geschriebene Texte über die Kraft und Wichtigkeit ihrer eigenen Stimme vor. Zwei Jungen trauten sich gar, vor dem Publikum als Sänger aufzutreten. Gerahmt wurde der Abend von der Installation der Kunstgruppe, die gleichermaßen als Bühnenbild fungierte: Ein bunter Wald aus Protestschildern auf Pappe oder Holz, mit Farben bearbeitet, forderte wild und chaotisch arrangiert Solidarität, Naturschutz, Respekt und Aufbegehren gegen Unrecht. Die Werte der Demokratie, die die verschiedenen Arbeitsgruppen ins Rampenlicht stellten, zeigten deutlich ihr Verständnis vom Miteinander auf, das in der gemeinsamen Zeit gewachsen war.
Die Baden-Württemberg Stiftung, ifa und Spender*innen ermöglichten dieses Projekt, wofür wir sehr danken.

Mit Partnern in Armenien, Aserbaidshan, Georgien, Moldawien, Polen und der Ukraine führen wir dieses Jahr zwei Projekte für Jugendliche durch, in dem wir neue fairtogether Jugendteamer*innen ausbilden und drei Jugendbegegnungen in Georgien und Rumänien durchführen. Insbesondere Jugendliche aus der Ukraine sind zu den Camps eingeladen, um eine Auszeit vom Krieg gemeinsam zu erleben. Begleitet werden die Camps von erfahrenen Trainer*innen und Begleitpersonal.
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Unser Fairtogether – Manual, das bereits auf Englisch und Georgisch existiert, wird auch auf Armenisch, aserbaidschanisch und ukrainisch übersetzt werden, so dass die beteiligten Trainer*innen und Organisationen zukünftig das Programm selbständig durchführen können. Gefördert werden die Projekte über das Erasmus+ Programm und dem Auswärtigen Amt (Östliche Partnerschaft und zivik).